Fakten sind Freunde...

Do : 19.30 Uhr / Königstraße 41

https://us02web.zoom.us/j/4910888043

 

 

 

 

Die Berichte Apostelgeschichte sind nach einer besonderen Ordnung aufgebaut:

Jerusalem zuerst, dann Judäa u. Samaria, dann der Erdkreis. Die Berichte sind nicht nur

historisch zu verstehen, sondern vielmehr pädagogisch: das neu geschaffene Sein jedes einzelnen Christen braucht nicht nur ein neues Menschenbild, sondern auch ein neues Gottesbild, und folglich ein erneuertes Weltbild. Die Frage lautet jetzt also: Wer ist Gott, wer bin ich, was habe ich und was mache nun? Um das herauszufinden müssen die Apostel eine Übereinstimmung mit

den Predigten von Jesus (Mund Jesu) und der Geschichte des Volkes Israel (Großtaten Gottes) erforschen. Die erste Gemeinde muss also durch das Wirken einer bislang unbekannten Kraft Gottes (Heiliger Geist) unter Führung der Apostel den Willen Gottes neu entschlüsseln und umsetzen. 

Da es ein neues Testament noch nicht gab, waren sie auf die Schriften des AT angewiesen und hier besonders auf das 3. Buch Mose (Levitikus). In diesem Buch erkennt Paulus (grundlegend für „sein Evangelium“), dass

der gesamte Opferkult von einem Austausch spricht. Jesus vergibt nicht nur Tatsünden, sondern er nimmt

ihre Ursache, die gefallene Menschlichkeit, auf sich und überträgt seine Gerechtigkeit den Gläubigen. So

schafft er den neuen Menschen, in dem das Bild Gottes wiederhergestellt ist. Der rechtliche Stand des Gläubigen ist darum nicht mehr „Sünder“ , sondern „Gerechter“. In dieser Neuschöpfung überragt der

Christ Adam und alle Personen des Alten Testamentes weit und ist wieder zur Herrschaft über die Schöpfung befähigt. Seine lebensbestimmende Größe ist nicht mehr er selbst (Ego), sondern der Heilige Geist. Das

Urteil Gottes über ihn ist nicht mehr „ungenügend“, sondern „sehr gut“. Zur Ausübung seiner Herrschaft

st er nicht mehr auf die eigene Kraft angewiesen, sondern der so wiederhergestellte Mensch lebt fortan unter einem Himmel, den Jesus geöffnet hat. Das Evangelium von Jesus beinhaltet also nicht nur die Errettung

zum ewigen Leben durch Vergebung der Schuld, sondern viel mehr die Herrschaft Jesu im hier und jetzt

durch seine Gemeinde bis seine Feinde durch alle Zeiten hindurch seinen Fußschemel bilden.

In Beziehung zum AT findet die Apostelgeschichte sein Gegenüber im Buch Josua. Mose hatte

das Volk Israel von der Fremdherrschaft befreit. Die Aufgabe von Josua bestand nun darin, das

Volk in das verheißene Land

zu führen. Das das nur zögerlich geschah lässt sich beim Studium unschwer erkenne. Um dem

Volk seine Absichten für die Zukunft klarzumachen, handelte Gott immer wieder übernatürlich

an Land und Volk.